Die Quadratur des Kreises - den Stundenplan-Verantwortlichen über die Schulter geschaut
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Die Quadratur des Kreises – den Stundenplan-Verantwortlichen über die Schulter geschaut

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel:
Kaum hat am GIBZ ein neues Schuljahr begonnen, starten Stundenplanerin Beate Gau* und Stundenplaner Stephan Krummenacher** mit der Aufgleisung des Stundenplanes für das kommende Schuljahr. In diesem Interview beantworten die beiden Fragen zu ihrer kniffligen Aufgabe.

Beginnen wir mit den Fakten:
Wie viele Klassen, Lehrpersonen und Räume müsst ihr im GIBZ-Stundenplan – salopp ausgedrückt  –  „zusammenwursteln & zum Laufen“ bringen?
Wir nennen diese stundenplan-relevanten Daten „Stammdaten“ und verarbeiten rund:

  • 188 Klassen
  • 154 Lehrpersonen
  • 72 Räumen
  • 311 Unterrichtsfächern

Wow – soviele! Das hätte ich nicht gedacht!
Als Laie stelle ich mir das in etwa so vor: Ihr schmeisst alle relevanten Daten oben in einen Stundenplansoftware-Trichter rein und unten kommt dann ein perfekt abgestimmter Stundenlan raus – liege ich mit dieser Vorstellung richtig?
Jein.
Der „Trichter“, mit dem wir arbeiten, ist die Software „UNTIS“. Da geben wir alle Stammdaten ein.
Die richtige „Mischung“, also die passende Zuordung der Stammdaten pro Schultag (MO bis SA, jajaj, auch dann gibt es Unterricht am GIBZ) müssen wir manuell vornehmen.
Es gibt sehr viele Daten, die nicht regelmässig eingesetzt werden können, beispielsweise Sperrzeiten der Lehrpersonen, Lektionen von externen Spezialisten & Experten, die nur unregelmässig hier sind, auch Klassen mit Blockunterricht fallen darunter.

Wann beginnt ihr jeweils mit dem Studenplan für das neue Schuljahr?
Wir beginnen nach den Sportferien für das 1. Semester des neuen Schuljahres & nach den Herbstferien für das 2. Semester, das im Januar beginnt.

Wieviele Arbeitsstunden stecken in einem Stundenplan?
Da sich der Stundenplan nicht nur auf  den normalen Unterricht erstreckt, sondern auch auf alle ergänzenden Bildungsangebote (z.B. Automobil-Diagnostiker/in, Lehrgang Berufsbildungsfachleute, FAGE Langzeitpflege, Angebote der HFTG usw.) kommen da schon einige Stunden zusammen.
Über den Daumen gepeilt arbeiten wir als Stundenplaner-Neulinge circa 1000(!) Stunden für beide Semesterpläne. Auf das 1. Semester entfallen circa 70% der Arbeit, auf das 2. dann nur noch 30%.

Welches sind die grössten Herausforderungen als StundenplanerIn?
Das Vermeiden von Schnellschüssen! Solche Situationen entstehen meist dann, wenn wir bei kurzfristigen Änderungen (der Stammdaten) nicht oder sehr spät informiert werden.
Manchmal geht vergessen, dass auch kleine Änderungen auf den Stundenplan einen grossen Einfluss haben können. Ein guter Informationsfluss ist das A und O für uns Stundenplaner.
Eine weitere Herausforderung sind spät abgeschlossene Lehrverträge (Juni/Juli), die zu Änderungen der Klassenzahlen führen können & diese wiederum können den entsprechenden Stundenplanbereich komplett über den Haufen werfen. Diese Anpassungen des Stundenplanes müssen von uns dann noch während den Sommerferien vorgenommen werden.

Was würde eure Arbeit erleichtern? Habt ihr Wünsche an die Lehrpersonen?
Dass die „Vernehmlassung“ – der provisorische Stundenplan – jeweils rechtzeitig geprüft und reagiert wird.
So können die – oben erwähnten – Schnellschüsse meist vermieden werden.

Welche Frage, die ich noch nicht gestellt habe, würdet ihr gerne beantworten?
Es ist keine Frage, sondern der Hinweis auf eine Tatsache, die manchmal vergessen geht:
Als Stundenplanverantwortliche wollen und müssen wir alle Fachbereiche gleichwertig behandeln: Fachunterricht, Sport, ABU, BM – alle diese Abteilungen sind gleich viel wert.
Nach diesem Grundsatz arbeiten wir und versuchen den bestmöglichen Stundenplan zu erstellen. DEN für alle perfekten Plan gibt es jedoch nicht…

Das wäre dann eben die Quadratur des Kreises…!
Liebe Beate, lieber Stephan, herzlichen Dank, dass ihr euch trotz hoher Arbeitsbelastung Zeit für dieses Interview genommen & uns einen Einblick in eure anspruchsvolle Tätigkeit ermöglicht habt.

*Beate Gau ist Dozentin für CNC-Technik an der HFTG. Am GIBZ unterrichtet sie das Freifach „additive manufacturing“ (3D-Drucken) und ist Kursleiterin für den Überbetrieblichen CNC-Kurs der Schreinerlernenden im 4. Lehrjahr. Ihr Pensum beträgt ohne die Stundenplanung durchschnittlich 7 Lektionen pro Semester. Extern unterrichtet sie CNC-Grundkurse in der Erwachsenenbildung im Kanton Luzern.
**Stephan Krummenacher ist am GIBZ Mathematik- und Physiklehrer (BM) mit einem Pensum von ca. 50%.

Text & Bilder: Brigit Weiss

 

1 0 695 21 März, 2017 INFORMATIV März 21, 2017

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