Ich bin ein Geniesser
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Ich bin ein Geniesser

Bruno Jutz unterrichtet seit 8 Jahren am KBA (Kombiniertes Brückenangebot) bei uns im GIBZ. Er ist nicht nur  engagierter Lehrer, dem das Wohl seiner Lernenden am Herz liegt, er ist auch ein leidenschaftlicher Koch und: einer der Menschen, der seine Work-Life-Balance im Griff hat.

GIBZ: Wir sitzen hier nicht zufällig in der Mediathek, es ist nämlich Frau Riitta Wiss, die uns darauf aufmerksam gemacht hat, dass sie sowohl mit ihren Klassen wie auch für sich privat gerne die Mediathek nutzen. Können Sie uns dazu ein bisschen was Erzählen?

Jutz: Der Besuch der Mediathek ist ja bei uns in der Jahresplanung drin. Das heisst, einerseits bekommen die Lernenden eine Einführung, damit sie wissen, wie so eine Mediathek aufgebaut ist, wie man sich Bücher, DVDs oder CDs ausleiht.  Dann gibt es anderseits aber auch klare Aufgabenstellungen, bei denen sie ein Thema mit einem Fachbuch oder Lexikon bearbeiten müssen. Dadurch sollen sie lernen, wann es sinnvoll ist, den Computer hochzufahren und wann es eben doch schneller geht, kurz in ein Buch zu kucken. Und als Krönung haben wir den Lernanlass „Buch“, da dürfen sich alle ein Buch ausleihen und individuelle Aufgaben dazu bearbeiten.

GIBZ: Und privat?

Jutz: Nun ja, es ist so, dass ich mir, zumindest für den privaten Gebrauch, eigentlich keine Bücher mehr anschaffe – ich hab einfach keinen Platz mehr. Und unsere Mediathek hat ja (fast) alles, was mich interessiert. Ich bin bestimmt einmal pro Woche kurz hier, um auszuleihen, zurückzubringen oder mich zu informieren. Mittlerweile kennt mich Frau Wiiss so gut, dass sie genau weiss, was mich gerne lese und so hat sie auch immer wieder gute Tipps für mich. Ich bin grundsätzlich ein treuer Mensch und mag es, wenn man mich kennt und ich mich beraten lassen kann – das gefällt mir hier.

GIBZ: Tipps in welche Richtung denn?

Jutz: Ich lese sehr gerne Geschichten aus dem Alltag, Geschichten, in denen ich mich in irgendeiner Form wieder erkenne. Aber: die Bücher dürfen höchstens 200 Seiten haben, sonst mag ich gar nicht anfangen mit Lesen. Ausser bei Büchern, die irgendwie mit Italien zu tun haben oder bei Kochbüchern, die dürfen natürlich auch so richtig schön dick sein!

GIBZ: Kochen Sie auch oder kucken Sie nur die hübschen Fotos an;)?

Jutz: Ich koche leidenschaftlich gerne! Dazu muss man wissen, dass meine Mutter Italienerin ist. Obwohl schon 86 Jahre alt, steht sie noch jeden Tag in der Küche und sie lädt auch immer noch gerne Leute zum Essen ein. Wenn sie mal einen Tag nicht in der Küche steht, dann weiss ich, sie muss sofort ins Krankenhaus, dann ist sie ernsthaft krank. Von ihr habe ich sehr viel gelernt und wir kochen auch heute noch immer wieder mal zusammen, wobei sie mir sagt, was zu tun ist und korrigierend eingreift, wenn ich es nicht richtig mache … Ich finde es schön, ihre Kochkunst und die traditionellen Rezepte von ihr bewahren zu können. Ich koche aber auch mit Freunden, einer ist zum Beispiel Fischer, der bringt dann einen frischen Fisch und wir kochen zusammen. Ich bin ein Geniesser, ich finde es einfach wunderbar, mit Freunden zusammen am Tisch zu sitzen, etwas Feines zu essen, trinken, plaudern …

Ich bin auch ein Zeit-Geniesser. Seit ich nicht mehr 100% arbeite, habe ich Zeit und Musse, um meinen Hobbys nachzugehen und die sozialen Kontakte zu pflegen.

GIBZ: Kochen Sie auch für sich alleine?

Jutz: Ja, immer öfters. Ich habe vor einer Weile angefangen mich mit dem Thema Einmachen auseinanderzusetzen. Also zum Beispiel Gemüse einzulegen. Ich gehe zum Türken und kaufe so richtig viel leckeres Gemüse ein. Das wird dann eingelegt, so habe ich immer genügend Gemüse auf Vorrat. Likör habe ich auch schon selbst gemacht. Die vielen guten Kochbücher in der Mediathek inspirieren mich, immer mal wieder etwas Neues auszuprobieren. So habe ich beispielsweise ein Terrinenkochbuch entdeckt – das ist so toll, dass ich es für mich privat gekauft habe. Für die Weihnachtszeit mache ich nun bestimmt vier bis fünf Terrinen.

GIBZ: Nutzen Sie die Mediathek noch für andere Dinge?

Jutz: Ja, ich habe eine sehr grosse CD-Sammlung zu Hause. Im Gegensatz zu Büchern, die ich lieber ausleihe, mag ich die CDs lieber besitzen als ausleihen. Aber ich kucke immer nach, was es Neues gibt und habe dadurch schon viel Musik entdeckt, die ich sonst wohl kaum kennengelernt hätte, da ich vor allem Freejazz und Klassik höre. Dieses Spektrum hat sich nun ganz schön erweitert – mittlerweile höre ich auch immer mal wieder andere Musik-Stile, auch Musik, die meine Lernenden mögen. Zum Kochen begleitet mich übrigens auch immer Musik.

GIBZ: Und wie ist es mit Filmen, leihen Sie auch DVDs aus?

Jutz: Naja, eigentlich gehe ich lieber ins Kino. Aber es gibt schon Filme, die ich „verpasst“ habe, die leihe ich mir dann gerne von der Mediathek aus.

GIBZ: Haben Sie noch einen Buchtipp für uns?

Jutz: Also zur Zeit lese ich „Gewaltfreie Kommunikation für Dummies“ von Al Weckert. Ein schönes Buch zum drin Schmöckern ist der Bildband „Italiens Landschaften “ aus dem Whithe Star Verlag. Und was mir sehr gut gefallen hat ist: „Einfach losfahren“ von Fabio Volo, das habe ich zuerst auf Deutsch gelesen und lese ich nun noch auf Italienisch. ( Leben wie ein Straßenbahnführer? Mit vorgegebener Strecke und genau festgelegtem Fahrplan? Will Michele das wirklich? Federico jedenfalls nicht. Die Geschichte zweier Freunde, zweier Lebenswege, zweier Lieben. Das Leben ist ein phantastisches Abenteuer, und man muss sich auf die Suche nach sich selbst begeben, wenn man nicht umsonst gelebt haben will. Das ist die Kernaussage dieser gefühlvollen Geschichte.)

GIBZ: Herr Jutz, vielen Dank für das Interview. Wir wünschen Ihnen noch viele wunderbare Mussestunden beim Kochen, mit guten Gesprächen und toller Musik!

 

1 0 1832 26 November, 2014 Media November 26, 2014

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