Kartonmöbel
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Karton und Papier im Möbel- und Innenausbaubereich

Karton ist leicht, günstig, bei geeigneter Ausführung erstaunlich stabil und tragfähig. Häufig ist er aus Recyclingmaterial hergestellt und wenn er seine Aufgaben erfüllt hat, kann er wieder rezykliert oder geordnet entsorgt werden.

Kartonplatten werden in ganz unterschiedlichen Ausführungen hauptsächlich im Verpackungsbereich verwendet. Das Material spielt aber auch im Möbel- und Innenausbau eine Rolle:
Für den Detailhandel und Messebau werden Produkteplattformen und Displays häufig aus Karton gebaut.
Die unendlich vielfältigen Farben und Muster von Papiertapeten finden seit einiger Zeit wieder mehr Liebhaber.
Wenn im 18. Jahrhundert prunkvolle Dekorationselemente aus Stein oder Gips zu teuer waren, konnten sie billiger aus Papiermaché geformt und bemalt werden.
Der japanische Architekt Shigeru Ban konstruiert Gebäude aus Karton von rudimentären Notunterkünften für Katstrophengebiete bis zu grossen Tragwerkstrukturen.
Mit zunehmendem Bewusstsein für Umweltschutz und Nachhaltigkeit werden auch mehr Möbel aus Kartonwerkstoffen entwickelt und gebaut. Sie sind leicht und platzsparend zu transportieren. Häufig werden  sie erst vom Nutzer zusammengebaut und können deshalb günstig produziert werden.

Obwohl Kartonmöbel erstaunlich dauerhaft sein können und sympathisch altern, eignet sich das Material besonders für Einrichtungsgegenstände mit beschränkter Lebensdauer. Mit der Ressourcen schonenden Herstellung, dem geringen Gewicht und der problemlosen Wiederverwertung bzw. Entsorgung erfüllen sie perfekt die Anforderungen an temporäre Einrichtungen für Messen und Ausstellungen sowie für Wohnmobiliar in unserer Zeit der globalen Mobilität.

Garderobe „paradox“
Ein kubischer Körper in L-Form lehnt umgekehrt an der Wand.
Ist er aus Beton oder aus Blei? Wenn man ihn aufhebt, irritiert das leichte Gewicht. Wenn man daran klopft, verrät das Objekt, dass es aus Karton gebaut ist. Dass es einmal eine Veloverpackung war, verrät es nicht, denn es ist mit farbigen aufgekleisterten Schichten aus Seidenpapier veredelt.

Im ausgeschnitten Zwischenraum zur Wand werden Jacken und Mäntel aufgehängt. Dadurch sind die Kleider gut geschützt und das Möbelstück behält seine skulpturalen Qualitäten.

Hubert Baumgartner, Koordinator

Durch das geringe Gewicht, ist die Garderobe sehr mobil und kann an jede Wand gelehnt werden.

Paravent „paradox“

Auf den ersten Blick erscheint die gefaltete Fläche wie gehäkelt oder gestrickt. In Wirklichkeit sind es quer geschnittene Streifen von Kartonschachteln, die schichtweise aufeinander zur Fläche verklebt sind. Die unterschiedlich grossen Wellenschichten lassen teilweise einen leichten Durchblick zu; wie ein Kleidungsstück, das sowohl verhüllt und gleichzeitig die Reize des Verhüllten verrät.

Die einzelnen Flächen des Paravents sind mit seitlichen Holzleisten stabilisiert, die mit Bandgelenken verbunden sind. Dadurch kann der Paravent in jedem gewünschten Winkel gefaltet und platzsparend zusammengeklappt werden.

Hubert Baumgartner, Koordinator des HFTG-Semesterprojektes „Möbel aus Karton und Papier“.

Hinweis: Die Möbel werden anschliessend in der Ausstellung „Design auf Zeit“ im „Neubad Luzern“ gezeigt, hier der Blog-Beitrag dazu.

 

 

 


0 2 2368 02 Dezember, 2013 on the job Dezember 2, 2013

2 Kommentare

  1. kurtl

    Sehr schönes Teil. Die Oberfläche sieht wenigstens am Foto wirklich interessant aus und ich verstehe nicht wie man das so mit Seidenpapier hinbekommen soll. Echt cool !

    Mittlerweile gibt es schon ganze Möbelserien aus Karton. Ich teste gerade ein Bett aus Karton und bin begeistert !

    Antwort
  2. Bella

    Ich finde Kartonmöbel klasse. Ich habe zuletzt erst ein Video gesehen in dem es um eine faltbare Bank aus Kartonage ging. Das war sehr interessant. Gibt es zu der L-förmigen Garderobe auch ein Bild? Ich würde gerne mal sehen wie dies mit Seidenpapier veredelt wurde. Klingt sehr interessant =)
    Ebenfalls würde ich gerne mal ein Bild von dem Paravent sehen. Ich kann mir das schwer mit den Kartonschachteln vorstellen.

    LG Bella

    Antwort

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