Porträt eines Rappers: Li Felder, Bodenleger, Musiker und Autodidakt
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Porträt eines Rappers: Li Felder, Bodenleger, Musiker und Autodidakt

Li Felder mit Künstlername Eliel, Bodenleger im 3. Lehrjahr, Musiker und Autodidakt veröffentlichte im März 2016 seine neue CD „Morn denn“ und machte die Produktion und seine Musik auch zum Thema seiner VA (Vertiefungsarbeit). Schon an den VA-Präsentationen im April durften einige Zuhörer mit verfolgen, wie seine CD entstanden ist.

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Auf die Frage, ob es einen Künstler gibt, der ihn inspiriere, antwortete er: “ Nein, ich bin meistens mich selber.“ Und genau diesen Eindruck hinterlässt er auch. Vor mir sitzt ein selbstbewusster junger Mann, der schon mit 6 Jahren zum ersten Mal Hip Hop hörte. Sein Bruder und seine Cousins hörten viel Rap und er fand die Musik cool. Noch cooler fand er es, selber Musik zu machen. Als er ca. 9/10 Jahre alt war, startete er seine ersten musikalischen Selbstversuche. Er fing an Schlagzeug zu spielen, dann wechselte er zur Gitarre – immer so lange bis es ihn langweilte. Er erzählt, dass er sich alles selbst beigebracht hat. Meine Vermutung, er käme wohl aus einer sehr musikalischen Familie, verneinte er. Er ist der einzige, den die Musik so gepackt hat.

12-jährig stellte er zum ersten Mal eine Studioaufnahme ins Netz, die er im Youtube veröffentlichte. Studio? Das erste Studio bestand aus einem Headset am PC im Zimmer seines Bruders. Sie sparten solange bis sie ein Mikrofon und einen Ständer kaufen konnten und so nach und nach kam immer mehr Equipment hinzu, bis sie sich im Keller ein kleines Studio aufbauen konnten.

Mittlerweile zeichnet er seine Songs in einem professionellen Studio auf oder die Aufnahmen entstehen bei einem Kollegen – ganz spontan aus dem Moment heraus.

Wie kommen Sie zu Ihren Texten? fragte ich ihn. „Ganz unterschiedlich. Manchmal entstehen sie einfach aus dem Augenblick heraus, wenn wir z.B. einfach mit dem Beat loslegen und sie so entstehen. Und manchmal will ich unbedingt zu einem bestimmten Thema etwas schreiben. Jedoch mag ich es lieber, wenn „es“ sich einfach bei einem Beat mit meinem Produzenten entwickelt. Meistens geht es eh immer darum, dass das Leben schön ist,“ sagt er und lacht.

Auch Live Auftritte gehören zu seinem Musikalltag: Luzern , St. Gallen, Zürich, Bern – meistens an Festivals, an denen mehrere Künstler auftreten. Live Auftritte brauchen viele Proben und eine lange Vorbereitungszeit.  Drei Wochen vorher beginnt die intensivste Zeit- denn „alle Worte müssen gut eingeprägt sein, damit man beim Auftritt nicht mehr nachdenken muss, einfach abschalten und los“. Wenn er mit seiner Band unterwegs ist, kann es auch sein, dass sie sicher ein halbes Jahr lang proben“.

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Wie viel  Zeit nimmt die Musik in Ihrem Leben in Anspruch? fragte ich ihn. „20h täglich meistens – ich verbinde alles, was ich mache mit Musik – mit wenigen Ausnahmen ;)“.

Auf YouTube kann man sich einige seiner Songs als auch Interwies z.B. mit Effe ansehen – für alle die, die gerne noch mehr über ihn erfahren möchten.  Videos aufzeichnen sei auch immer etwas kostenaufwändig und manchmal auch anstrengend, deswegen gäbe es nicht so viele, erklärt Li.

 

Ansonsten kann man seine Songs auf Soundcloud downloaden, auf diversen digitalen Portalen wie i-groove, I-tunes und Google Play… kaufen. Und nicht zu vergessen: bei uns in der Mediathek kann man sie gratis ausleihen! Auch auf der CD “ CH Hip Hop 2016″ ist sein Song „Morn denn“ zu hören. Hört mal rein, es lohnt sich.

Am Ende unseres Gesprächs hat er noch eine Botschaft für uns:

„Rap ist nicht nur Rap – viele meinen, es sei nicht so sinnvoll, was Rapper machen. Es sind Geschichten, die im Rap erzählt werden und es zeigt einem viel vom Leben und kann einem wirklich helfen. Es gibt guten und schlechten Rap – da sollte man einfach unterscheiden und nicht alles in einen Topf schmeissen. Gut ist gut und schlecht ist schlecht.“

Ich wünsche Li alias Eliel für seine Zukunft alles Gute – denn Li ist schon nicht mehr an unserer Schule, seine Ausbildungszeit ist beendet – das gilt jedoch wohl kaum für seine Musik und ich bin einmal gespannt, wie seine musikalische Entwicklung weiter gehen wird – morn denn.  🙂

 

Text: Rena Dautert

Bilder: Rena Dautert

 

 

 

 

 

 

3 0 4698 29 Juni, 2016 AKTIV Juni 29, 2016

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