Reiz-Voll : Fotoausstellung von Annie Leibovitz im EWZ Unterwerk
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Reiz-Voll : Fotoausstellung von Annie Leibovitz im EWZ Unterwerk

WOMEN: NEW PORTRAITS Annie Leibovitz EWZ-Unterwerk Selnau Zürich – Ausstellungsbericht von Marc Bachmann PM2

Nach der ABU Stunde wusste ich, was ich am Wochenende machen wollte. Zudem bot sich die Gelegenheit, dass ich für meine Freundin eine Überraschung gestalten konnte. Herr Kunz erzählte uns während der Lektion etwas über die Fotografin Annie Leibovitz, stellte uns ein paar ihrer berühmtesten Bilder vor und erklärte sie uns. Der Stil der Fotos, welche eine ganz eigene Handschrift trugen, faszinierte mich und ich wusste, dass ich an diese Ausstellung gehen möchte. Zudem reizte mich der Ausstellungsort, ich war bereits öfters in dieser Gegend gewesen, wusste aber nicht richtig was sich in diesem Gebäude befand.

Am Sonntagmittag machten wir uns auf den Weg nach Zürich und liefen vom Hauptbahnhof Richtung Unterwerk Selnau. Als wir ankamen, erschrak ich ein bisschen, da ca. eine 80 Meter lange Menschenschlange vor uns auf den Einlass in die Ausstellung wartete. Nach 40 Minuten anstehen, sah ich zum ersten Mal durch den Türspalt ins Innere des Gebäudes und fragte mich, ob das alles sei. Im Raum standen drei Stellwände mit Bildschirmen und an einer Wand hingen verschiedenste Portraits. Wir verschafften uns kurz einen Überblick und kämpften uns durch die Menschenmenge, bis wir vor der Bilderwand standen. Zuerst überflog ich alle Bilder und betrachtete dann diejenigen genauer, die mich ansprachen.

Die ersten paar Bilder waren die weiblichen Familienmitglieder von Leibovitz. Danach folgten viele starke Persönlichkeiten wie z. B Jane Goodall eine Primatologin, die in Ost-Afrika das Verhalten und die Fähigkeiten von Schimpansen erforschte. Sie veränderte so die Vorstellung der Evolution. Das Gesicht der Anwältin Andrea Medina Rosas, die sich für Frauenrechte in Mexiko einsetzt, hing ebenfalls an der Wand.

Gegenüber dieser Fotowand standen drei Wände mit Bildschirmen, die abwechselnd und nicht synchron, Portraits von Frauen zeigten. Ich fand es beindruckend, wie Annie versuchte, durch das asynchrone abspielen der Bilder, Unruhe in die Ausstellung zu bringen. Im hinteren Teil des EWZ Selnau befand sich eine “Leseecke“ mit vielen Büchern von Annie Leibovitz und anderen Fotografen. Ich finde die Ausstellung war schlicht aber perfekt abgestimmt.

Caitlyn Jenner, Stiefvater von Kim Kardeshian und Gewinner der Goldmedaille im Zehnkampf an den Olympischen Spielen 1976 outete sich 2015 als Transgender. Sie wechselte ihren Namen von Bruce auf Caitlyn Jenner. Ich finde es bemerkenswert, wie viel Selbstvertrauen und Mut sie hatte, um den ganzen Prozess der Umwandlung über Soziale Media der Öffentlichkeit mitzuteilen. Genau solche Persöhnlichkeiten sucht Annie Leibovitz und versucht ein ausdruckstarkes, auffallendes und emotionales Foto in den Kasten zu kriegen. Alle Menschen sollten auf dieser Welt gleich behandelt werden, egal ob Frau oder Mann.

Nachdem wir uns alle Fotos und die Spielereien auf den Bildschirmen angeschaut hatten, setzten wir uns an den Tisch mit hunderten Fotobüchern. Zuerst blätterten wir in verschiedenen Büchern herum und entschieden uns eines genauer anzuschauen. Ich sah viele super Portraits aber auch fantastische Landschaftsfotos. Eine Seite stach mir sofort ins Auge. Ein durchtrainierter Mann mit Skiern, Sonnenbrille und im T-Shirt auf der Skipiste. Es kann nur Jemand sein, Arnold Schwarzenegger. Dies war mein kleines Highlight. Nicht weil es ein Mann ist, sondern weil ich so ein Foto, das von Männlichkeit nur so protzt, an dieser Ausstellung nicht erwartet hätte.

Text & Fotos Marc Bachmann, Lernender PM2

Anmerkung der Blogredaktion: Leider können wir die zum Artikel gehörenden Aufnahmen von Caitlyn Jenner und Arnold Schwarzenegger aus urheberrechtlichen Gründen im GIBZ-Blog nicht abbilden.
Dafür haben wir den Youtube-Videoclip des Sponsors UBS „WOMEN: New Portraits“ – A look behind the lens: Zurich“, in den Beitrag eingefügt

2 0 711 09 Juni, 2017 AKTIV Juni 9, 2017

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