Friedhofführung der anderen Art - die INFA3B unterwegs mit Bruno Birrer
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Friedhofführung der anderen Art – die INFA3B unterwegs mit Bruno Birrer

Es ist Freitagmorgen, kühl und Cham ist in Nebel gehüllt. Irgendwie das passende Wetter, für eine Friedhofführung. Um 10 Uhr trifft sich die Klasse INFA 3B mit Bruno Birrer, der ihnen, wie sich herausstellen wird, den Friedhof von einer etwas anderen Seite zeigt.
Die Klasse ist gespannt, aber auch ein gewisses Unbehagen ist spürbar. „Ich gehe nicht so gerne auf Friedhöfe“, meint denn auch ein Lernender.
Spätestens nachdem Birrer einen echten Totenschädel aus seinem Rucksack zückt, hat er die Aufmerksamkeit der Klasse. Er erzählt auf natürliche Weise, ohne Berührungsängste und mit einer Prise Humor vom Leben aber auch vom Tod. Schliesslich kommen wir alle früher, hoffentlich aber erst später mit dem Tod in Berührung, wie folgendes Zitat schön verdeutlicht:

„Was ihr seid, das waren wir, was wir sind, das werdet ihr.“

Neben Bruno Birrers beeindruckendem Schnauz, der vor allem bei den männlichen Lernenden Staunen auslöst, macht ihn auch sein beruflicher Hintergrund zur richtigen Person, eine solche Friedhofführung zu machen. Mit seinem medizinischen Background erzählt er auf eine lockere und lebendige Weise die spannendsten Geschichten von toten Menschen.
Neben dem Mediziner steckt in ihm aber auch ein Künstler. So hat Birrer bei vielen Grabsteinen mitgearbeitet und hat auch diesbezüglich die eine oder andere spannende und lustige Story auf Lager.
Bis dahin war wohl den wenigstens Lernenden bewusst, dass ein Friedhof eigentlich auch eine öffentliche Kunstausstellung ist. Birrer erklärt, von welchem Künstler einzelne Grabsteine gemacht wurden, aus welchem Material sie stammen, warum das eine oder das andere Motiv gewählt wurde, welchen er bei sich zuhause aufstellen würde und kommt dabei regelrecht ins Schwärmen. Die Begeisterung schwappt denn auch auf einige Lernende über. So bleiben sie bei gewissen Grabsteinen stehen, um sie etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Manchmal ist es ein Motiv, das sie anzieht, ein Name oder vielleicht auch etwas, das sie gar nicht so recht erklären können.
Dass die Berührungsängste mit dem Thema Tod und Friedhof während der Führung abgebaut wurden, zeigt sich am Schluss, als Birrer die Klasse in den Aufbahrungsraum führt und alle mithineingehen.

Auf der Rückfahrt im Zug ist zu beobachten, dass die Friedhofführung die Lernenden bewegt hat. So erzählt zum Beispiel ein Lernender von eigenen Erfahrungen mit dem Tod eines Freundes. Zudem stellen sie sich die Frage, wie wohl ihr Tod sein werde und wie viele Leute an die Beerdigung kommen werden. „Ich möchte am liebsten einfach mal einschlafen“, erklärt ein Lernender. Und ein anderer meint: „Ich möchte bei meiner Beerdigung eine Grillparty auf einer Wiese, mit einem Pool, kühlem Bier, dass alle fröhlich sind, das Leben feiern und nicht den Tod betrauern”.
Denn der Tod gehört einfach zum Leben dazu.

 

Bilder: Esther Haas

Text: Milena Würth, Praktikantin

1 Kommentare deaktiviert für Friedhofführung der anderen Art – die INFA3B unterwegs mit Bruno Birrer 1897 21 Dezember, 2016 AKTIV Dezember 21, 2016

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