Look around#1:
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Look around#1: „Einblickstag“ in die Arbeitswelt des Maurers

Lernende des ersten Lehrjahres wurden damit beauftragt, ihren Beruf interessierten Oberstufenschülerinnen und -schülern näher zu bringen. Die Idee stammt vom Gewerbeverband Zug, die Umsetzung war Sache des Gewerblich-Industriellen Bildungszentrums Zug GIBZ mit der tatkräftigen Unterstützung eines Lehrbetriebes.

Die Herausforderungen, Abgänger der Sekundarstufe eins für den Bauberuf zu gewinnen, werden zunehmend anspruchsvoller. SRF Online schreibt Mitte Mai: „Rund 120 Lehrstellen gibt es im Aargau auf dem Bau. Über 70 davon sind immer noch frei.“ In verschiedenen Bereichen werden zukünftige Maurerinnen und Maurer beworben, sei es auf bauberufe.ch, an Bildungsmessen oder an Veranstaltungen vor Ort mit dem Infomobil. Das Konzept „Lerne einen Bauberuf“ ist und war erfolgreich. Nichts desto trotz wurde diesmal mit einem neuen Ansatz gearbeitet.

Der Pilot, sprich der Schnuppertag – „Einblickstag“ – will über hundert Oberstufenschülern aus Baar einen möglichst praxisnahen Bezug zum Bauberuf ermöglichen. Schnell war klar, dass die konkrete Umsetzung der Module, also die Planung und Durchführung von Berufslernenden für Schüler gemacht werden muss.

Seitens der Berufsfachschule wurden Zeitfenster zur Verfügung gestellt, so dass die Lernenden den theoretischen Teil der Lehre anschaulich erklären konnten. Inhaltlich ging es um den Ablauf vom Schnuppern bis zur Unterzeichnung des Lehrvertrages, den Anforderungen die man für den Beruf mitbringen muss, bis zu den drei Lernorten, der Schule, der MLS und dem Ausbildungsbetrieb. Die PSA (persönliche Schutzausrüstung) wurde auch vorgestellt, so dass die Schüler später wissen, warum sie auf der Baustelle zwingend einen Helm tragen müssen.

Von Beginn an haben die Lernenden Akzente gesetzt und sich überlegt, was wichtig ist. Berufsbildner und Lehrer waren in einer begleitenden und unterstützenden Funktion tätig. Der erste Teil des Moduls fand in der Berufsschule (GIBZ) statt und dauerte eine halbe Stunde. Anschliessend wurden die Schüler mit Kleinbussen auf ein Gewerbegebiet in Cham transportiert. Auf einer grossen Baustelle der Firma Gebrüder Hodel AG hat ein ausgelernter Maurer, der soeben das Fähigkeitszeugnis erhalten hat, die Gruppe übernommen und den Schülern gezeigt, was es heisst ein Maurer zu sein.

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Die Gruppe sah auf dem Rundgang, wie ein Decke betoniert wurde, wie Wände geschalt werden, wie Beton in der betriebseigenen Anlage produziert wurde und wie vier Kräne schwenken um verschieden Lasten am richtigen Ort abzuladen. Zum Schluss wurde im UG einem Maurer zugeschaut, der eine Kalksandsteinmauer erstellte. Dann konnten die Schüler den Berufslernenden Fragen stellen.

Abschliessend gilt es zu beachten, dass die Veranstaltung im Detail von allen verschiedenen Ansprechpartnern reflektiert wird und mögliche Anpassungen an einer nächsten Veranstaltung umgesetzt werden. Zwingend für ein weiteres Gelingen ist die Lernortkooperation. Sie macht es möglich, dass eine Balance zwischen dem praxisnahen Bezug, der Schule und den ÜK’S hergestellt wird.
Hier der allgemeine Blogbeitrag zum Einblickstag: Look around#2

Rudolf Strahm, der Verfechter der Berufsbildung, meint: „Die Berufsbildung ist alles andere als ein Auslaufmodell“; in diesem Sinne muss eine fortwährende Entwicklung des Berufsmarketings den sich verändernden Wünschen der Schulabgänger gerecht werden.

Text, Fotos & Film: Pascal Kunz, ABU-Lehrer GIBZ

1 0 353 05 Juli, 2018 AKTIV Juli 5, 2018

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