Namwala 6 - Reichtum wird demonstriert
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Namwala 6 – Reichtum wird demonstriert

Reise in eine unbekannte Welt

Liebe Leserinnen und Leser,

eine weitere Woche ist vergangen und ich habe wieder viel erlebt. Am Wochenende habe ich Skaumpa beigewohnt. Das ist ein traditionelles Fest der Ilah, dem hier ansässigen Volk. Wobei es vor allen darum geht, seinen Reichtum zu demonstrieren. Die Tiere eines Clans werden über einen grossen Platz getrieben, damit sie jeder sehen kann. Je grösser die Anzahl der Tiere desto angesehener die Familie. Einige der Halter besitzen über 400 Tiere. Ich kann euch sagen, dass ich noch nie so viele Kühe an einem Ort gesehenen habe.[1]

Anschliessend komme ich in den Genuss von traditionellen Speertänzen. Unter andauerndem Trommelwirbel rennen die Tänzer auf einander los und simulieren Kämpfe. Dabei haben sie sich einen Spass mit mir erlaubt und sind mit hocherhobenen Speeren auf mich los gerannt. Für einen kurzen Moment ist mir das Herz in die Hose gerutschtJ.

Mittlerweile sind schon mehr als zwei Drittel meines Aufenthaltes verflogen. Es ist langsam an der Zeit, über die Kultur und Menschen, mit denen ich lebe, zu berichten.

Die Menschen sind sehr offen und haben einen ausgeprägten Gemeinschaftssinn. Was sich in vielerlei Hinsicht niederschlägt. Zum Beispiel in der Wohnsituation, im Haushalt meiner Gastfamilie sind zehn Leute in gerade mal 3 Schlafzimmern untergebracht. So bin ich recht froh, ein paar Häuser weiter ein eigenes Zimmer zu haben.

Da nicht alle Familien fähig sind für ihre Kinder aufzukommen und es auch viele Waisenkinder gibt, findet man in praktisch jedem Haushalt einige Kinder, die nicht direkt zur Familie gehören.

Viel Zeit verbringe ich mit dem Familienoberhaupt Christopher Mukuwa und dessen Familie. Er betreut alle meine Projekte. Nebst diversen Bauvorhaben, die er für die Schule leitet, ist er auch zuständig für die Verpflegung und unterrichtet Werken.

Von ihm habe ich einiges über die Kultur erfahren. Die Bevölkerung hat verschiedene Rituale, um den Niederschlag zu beeinflussen. So glaubt man, dass das Umdrehen einer Schildkröte dazu führt, den Regen hinauszuzögern oder sogar ganz abzuwenden. Wenn der Regen jedoch dringend benötigt wird, versammelt sich ein Clan an einem spirituellen Ort. Mit Tänzen, Gesang und Opferung eines Huhnes wird um Niederschlag gebeten.

Auch bei Beerdigungen haben sie einige sehr interessante Eigenarten. Wird ein Grab aus- gehoben und nicht benutzt, weil die Familie sich für einen anderen letzten Ruheort entschieden hat, muss dringend ein Tier geschlachtet werden, um anstelle des Verstorbenen Platz zu nehmen. Sie befürchten das ansonsten Krankheit und Verderben über die Familie, den Clan oder das Dorf kommen könnte.

Was die Arbeit angeht, habe ich diese Woche mit dem neuen Projekt angefangen. Der Obstgarten der Schule muss besser gegen Tiere geschützt werden. Zu diesem Zweck wird ein neuer Zaun errichtet. Zusammen mit Schülern habe ich 60 Pfosten gesetzt und einbetoniert. Hier muss ich wohl erwähnen, dass es keine Betonmischmaschine gibt. Alle Arbeiten müssen mit Muskelkraft bewältigt werden. Wir werden voraussichtlich nächste Woche damit beginnen den Haag einzuspannen. Die Arbeiten an den Schutzgitter werden vorerst liegen gelassen. Wegen der beginnenden Regenzeit hat die Vegetation überall zu wachsen begonnen. Es ist unerlässlich, den Garten besser zu schützen.

Die ersten beiden Tage dieser Woche habe ich allerdings nicht wirklich was machen können. Wegen einer neuerlichen starken Schweissblende bin ich zwei Tage arbeitsunfähig gewesen.

Jetzt bin ich wieder fit und weiterhin voller Tatendrang.

Elias Kläy

[1] Ein grosses Problem der massiven Tierhaltung liegt darin, dass die Tiere meist frei in Busch, Savanne und Wald weiden. Das führt zu erheblichem Verbiss an den Wildpflanzen, vertreibt einerseits zahlreiche einheimische Tierarten oder lockt auf der anderen Seite Raubtiere an. Auch Krankheitsübertragungen zwischen Haus-und Wildtieren sind keine Seltenheit.

1 0 1488 11 Dezember, 2014 AKTIV Dezember 11, 2014

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